Review

Sa. 20. März Reitzenhain "Punk Rock Nacht"
mit A.O.K. (!) und Dödelhaie 
   
Salatschlacht auf der "ebsch Seit"

Man, war das geil. Nach über 4 Monaten endlich wieder auf der Bühne zu stehen kickt wie Sau. Obwohl wir nicht genau wußten, was wir davon halten sollten, nicht als Vorband, sondern nach A.O.K., der Topband des Abends, zu spielen. Erstens muß man ewig warten, bis man dran ist, darf sich nicht frühzeitig abbinden, sonst isses eh gelaufen. Und zweitens stellt sich die Frage, ob die Leute überhaupt so lange bleiben. Ob sie zur fortgeschrittener Stunde nicht nach A.O.K. die Heimreise antreten würden. Doch sie blieben!

Die "Punk Rock Night Vol.2" fand in einer alten Sporthalle in Reitzenhain statt. "Where the fuck is Reitzenhain?"
 Geografisch gesehen zwischen Mainz und Koblenz. Nur 20 km Luftlinie von unserem Proberaum entfernt. Jedoch liegt Vater Rhein dazwischen. Und dort, wo der Rhein am schönsten ist, befindet sich leider keine Brücke. Nur der Fährbetrieb, der viel zu früh am späten Abend endet, verbindet das Land. So kann man für den Rückweg in der Nacht gut das 5fache rechnen. 

 

 

  
   
   
Nachdem die Bühne gecheckt war ging es erst mal an die Catering-Tafel. Lecker Nudeln mit Gulasch nach Mutter Art. Naja, Gulasch aus der Dose ist nicht nach "Mutter Art" und kam weniger gut an. Oder auch mit Tomatensauce (Tetrapack, ähem) fürs Vegievolk. Krautsalat, Ostereier, Obstteller, so wie Chips, Nüsse, Kaffee und diverse Kaltgetränke ließen keine Wünsche übrig. 
Bis die Jungs von A.O.K. kamen und der Sänger lautstark irgendwas vom fehlenden Red Bull bemängelte. Die Band kam keines Falls arrogant oder so daher, waren echt coole Leute. Aber der Sänger unterhielt seit seiner Ankunft den gesamten Backstagebereich. Man, was für ein Typ. Je länger der Abend wurde, desto mehr lief er zur Höchstform auf. Völlig sinnfreie Themen wie der gravierende Unterschied zwischen polnischen Nutten und billigen polnischen Nutten. Die lamellenförmige Anatomie einer Eichel; wobei er seine eigene wohl mal sehr schmerzhaft von Gaffa-tape befreien mußte. Und wie geil es doch ist, dass am Mittag, Frankfurt die Bayern geputzt hatte. 

 

Dazu platzierte er einen Eintracht-Wimpel an seinem besten Stück. Wie gesagt, völlig sinnfrei aber unterhaltsam ohne Ende.
Als erstes betrat eine Band die Bühne, welche sich CAST NO SHADOW nannte. Wir standen gerade draußen mit den DÖDELHAIEN zusammen und ich dachte: "He, der Sänger hört sich an wie eine Frau..." "Das ist ja auch eine Frau!" kam mehrfach zurück.
Die Halle füllte sich so langsam aber sicher mit Besuchern. Auch die Polizei fuhr schon Patrouille. Als dann die Dödelhaie aufspielten war auch schon ganz gut was los. Deutsch-Punk aus Duisburg wie er sein soll. 
Auf A.O.K. waren die meisten, wie auch ich, gespannt. Wir hatten ja schon einmal vor ca. 12 Jahren zusammen auf der selben Bühne gestanden. Beim "Summermania" damals fand ich ihre show total abgefahren. Und auch dieses mal ließen beide Sänger mehrmals die Hosen runter. Der eine, der Backstage schon unsere Ohren zum Bluten gebracht hatte, machte wieder eine show zum "abgewöhnen". Splitterfasernackt räkelte er sich auf der Bühne und kroch unter das Drumpodest. Dort lag unser Banner... Ich will mir gar nicht vorstellen, welche Körperteile da... egal. Jedenfalls schleuderte ich das verseuchte Textil später von der Bühne. Wir sollten es wohl verbrennen...
  
Die ganze Bühne mußte gesäubert werden, bevor wir anfangen konnten. Zwei Stiegen Salat hatten A.O.K. ins Publikum gefeuert. Dieses hatte sich entsprechend revanchiert und zurück geworfen. Überall hingen Salatfetzen rum. 
Wie eingangs erwähnt, hatten wir etwas Bedenken, dass die Halle sich nun leeren würde. Doch das war nicht der Fall. Die Party ging erst richtig ab. Zwischen unseren Songblöcken gab es immer wieder Riesenapplaus und die Zugaben waren nicht wenige. So kamen auch wieder zwei neue Songs zur Prämiere: "Schluss mit Lustig" und "Move your ass, shake your bones". Selbst nach dem Konzert, es war nach 2:00 Uhr, wollten die meisten noch nicht heim. Viele alte Bekannte wie auch andere wollten sich schließlich mit uns unterhalten.    
In Erinnerung hab ich da noch die "Turbojugend Weisel" und ein Typ, der wie der junge Cliff Burton aussah. Dieser brachte Gischtie und mir ein Ständchen dar, welches gar nicht so übel war, doch nichts mit Heavy Metal oder son Zeugs zu tun hatte. 
    
  
Als es dann irgendwann zurück ging, waren wir alle sehr platt. Ich sammelte noch die Reste unseres Roadies Timo ein, der schon lange schlafend in einer Ecke hing. Der Veranstalter, Herr J. Theis fragte mehrfach nach: "Das ist wirklich euer Roadie?" Ja, wir waren zum ersten mal mit 3 Roadies unterwegs. Da wir strikte Antialkoholiker sind, brauchen wir schließlich jemand, der unser Bandbier säuft. 
         
    
Der Heimweg war sehr lang und weilig und es regnete sinnflutartig. Doch für den Rock´n´Roll ist uns kein Weg zu schwer.          Sprenger Hänger

 

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